Gesundheitspsychologische Coachingthemen

Gesunde Ernährung

Angesichts der Flut von sich durchaus widersprechenden Ernährungslehren und Diäten fällt die Orientierung oft schwer. Aber es gibt wissenschaftlich fundierte Ernährungsempfehlungen, deren Umsetzung uns guttut. Gesunde Ernährung ist fundamental wichtig für unsere Lebensqualität und Langlebigkeit. Unsere Altersspanne ist nur zu 25% genetisch festgelegt. Was wir zu uns nehmen und wieviel Gewicht wir mit uns herumtragen, erhöht oder reduziert die Wahrscheinlichkeit gesund zu bleiben oder Krankheiten zu entwickeln.

Ernährung und Emotionen sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb ist es auch wenig erfolgversprechend in Hinblick auf gesundes Essen nur an unsere Vernunft zu appellieren. Hier setzt das Gesundheitscoaching an. Was sind die Auslöser für ungesunde Ernährungsgewohnheiten? Welche Rahmenbedingungen beeinflussen unser Essverhalten? Die Erkenntnisse der gesundheitspsychologichen Forschung weisen uns den Weg und bieten Ansatzpunkte für Coaching und Beratung. Beispielsweise steigern stressige Lebenssituationen gepaart mit unangenehmen Gefühlen unser Verlangen nach Essen, während sich Essen in Gemeinschaft positiv auf unser Ernährungsverhalten auswirkt.


Bewegung und Sport

Bewegung ist bekanntermaßen einer der wichtigsten Bausteine für ein langes Leben in physischer und psychischer Gesundheit. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Osteoporose, u.v.m. werden durch regelmäßige und intensive Bewegung und Sport verhindert oder günstig beeinflusst. Im Alter treten die Unterschiede zwischen Personen mit guter und schlechter Fitness besonders deutlich zutage und zeigen sich u.a. in simplen Alltagsfertigkeiten, wie dem Aufschrauben eines Marmeladeglases, und schließlich im Pflegebedarf.


Entspannung und erholsamer Schlaf

Alles Leben ist unaufhörlich natürlichen Rhythmen unterworfen. Die Wissenschaft der Chronobiologie - sie untersucht die zeitliche Organisation von biologischen Prozessen und Verhaltensmustern - hat erforscht, dass sich unsere Tagesrhythmen in jeder Zelle unseres Körpers offenbaren. Rhythmusstörungen, verursacht durch das Nicht-Einhalten von Entspannungs- und Erholungsphasen, führen langfristig zu Krankheiten und Burnout, welches durch physische, emotionale und mentale Erschöpfung gekennzeichnet ist. Auch sogenannte Störungen vom Anspannungstyp, wie Spannungskopfschmerzen oder chronische Rückenschmerzen können als Beeinträchtigungen der natürlichen Rhythmik von muskulärer An- und Entspannung beschrieben werden.

Unsere Stimmung und Lebensqualität hängen stark davon ab, wie gut wir schlafen. Erholsamer, regelmäßiger Schlaf ist aber auch eine Voraussetzung für Leistungsfähigkeit. Im Schlaf ist unser Gehirn hochaktiv und erfährt eine „chemische Reinigung“ – die Nervenzellen werden regeneriert, unser Denken geklärt. Schlafmangel stört diese notwendigen Regenerationsprozesse. Menschen mit Schlafstörungen erleben hohen Leidensdruck und häufig Gefühle von Hilfs- und Hoffnungslosigkeit. Schlaf erzwingen zu wollen, bleibt erfolglos, weil das sympathische Nervensystem darauf mit Aktivierung, also Erregung, antwortet, die uns wiederum am Einschlafen hindert. Stressbewältigung, Schlafhygiene, regelmäßige Rhythmen, Entspannung, Bewegung und freudvolle Aktivitäten verbessern die Schlafqualität.


Verkörperte Selbstwahrnehmung ist die Fähigkeit uns selbst Aufmerksamkeit zu schenken. Unsere Empfindungen, Emotionen und Körperbewegungen unmittelbar achtsam wahrzunehmen, ohne beurteilende Gedanken. Das Fühlen unserer Atmung, Verdauung, Schmerzen, Erregung, Emotionen, Müdigkeit, etc. gehört genauso zur verkörperten Selbstwahrnehmung, wie die Wahrnehmung von Bewegungen und Körperkoordination. Indem wir uns unserer Innenwelt zuwenden und die verkörperte Selbstwahrnehmung kultivieren, fördern wir unsere Gesundheit. Wir kommen uns selbst wieder näher - unseren grundlegenden Bedürfnissen und unserer Lebendigkeit.

 

Achtsamkeit
und Selbst-wahrnehmung


Selbstmitgefühl und Akzeptanz

„The root of compassion is selfcompassion“ (Pema Chödrön). Die Wurzel des Mitgefühls ist Selbstmitgefühl. Menschen mit gut entwickeltem Selbstmitgefühl sind gesünder, haben ein stärkeres Immunsystem und weniger gesundheitliche Beschwerden. Selbstmitgefühl steht in engem Zusammenhang mit allen Dimensionen von Wohlbefinden, wie Optimismus, Kreativität, Verbundenheit, geringe Stressbelastung, geringe Ängstlichkeit, etc.. Geringes Selbstmitgefühl äußert sich häufig in Selbstkritik und Grübeln. Achtsamkeit und Meditation unterstützen die Entwicklung von Selbstmitgefühl.

"What we resist, perstits" (Carl Gustav Jung). Oft verwenden wir unsere Energie darauf (im Moment) nicht Änderbares zu bekämpfen. Akzeptanz bedeutet nicht Selbstaufgabe, sondern lediglich die Tatsache anzuerkennen, dass jedes bereits eingetretene Ereignis bereits der Vergangenheit angehört. Das Annehmen der gegenwärtigen Erfahrung, das Ernstnehmen unserer Gefühle, das Bewusstwerden dessen, was das Ereignis auslöst, hilft uns zur Ruhe zu kommen und Verantwortung für das zu übernehmen, was im Augenblick in uns passiert. Wir lassen uns aktiv auf unsere Gefühle ein, anstatt ihnen einfach hilflos ausgeliefert zu sein. So kann eine akzeptierende Haltung den Prozess der Heilung einleiten.


Stress-bewältigung

Äußere Stressauslöser sind ein unvermeidlicher Teil unseres Lebens. Für die allermeisten Belastungen gilt aber: das Ausmaß an Stress, das wir in einer Situation erfahren, hängt davon ab, wie wir die Dinge wahrnehmen und mit ihnen umgehen. Entscheidend für das Stresserleben und die Auswirkungen von Stress sind auch hier unsere Ressourcen, also die Summe der inneren Kräfte und äußeren Unterstützung, die uns für die Bewältigung der Wechselfälle des Lebens zur Verfügung steht.


Psychisches Immunsystem

Die Widerstandskraft unseres „psychischen Immunsystems“ bestimmt, wie gut wir Traumata, Erkrankungen und kritische Lebensereignisse überstehen. Dabei sind nicht die Ereignisse selbst ausschlaggebend, sondern die subjektiv empfundene Verletzung, Verzweiflung, Hilflosigkeit oder Angst, die sie auslösen. Die „Viren“ der Psyche sind also nicht die Ereignisse selbst, sondern unsere selbstwertschädigenden Gedanken, Gefühle (bzw. Nicht-Gefühle) oder Handlungen (bzw. Nicht-Handlungen), die den schmerzlichen Erfahrungen folgen oder sie begleiten. Solche Psychoviren werden meist früh im Leben eines Menschen „übertragen“ und wirken vielfach in Form von verinnerlichten Glaubenssätzen, wie „du darfst nicht…“ oder „du musst…“, fort. Teils angeborene, teils erlernte Schutzfaktoren, wie Mut, Humor, Selbstwirksamkeit, etc. schützen uns vor psychischen Krankheiten und sind damit wesentliche Elemente unseres psychischen Immunsystems.


Psychoneuro-immunologie

Seit über 40 Jahren wissen wir, dass chronischer Stress und negative Emotionen die Immunfaktoren verschlechtern und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Andererseits wirken sich Zufriedenheit, gute soziale Beziehungen, ein hohes Selbstwertgefühl u.a. günstig auf unsere Immunität aus. Aus diesen Erkenntnissen heraus hat sich die stark wachsende Disziplin der Psychoneuroimmunologie entwickelt.